Informationsarchitektur für wîse up
Struktur in digitales Lernen bringen
Mit wîse up habe ich eine klare Struktur und ein Navigationssystem entwickelt, damit Nutzer:innen Inhalte leicht entdecken und das Team sie beim laufenden Ausbau der Plattform effizient verwalten kann.

12
Channel-Kategorien definiert
+233%
aufgerufene Inhalte pro Session
+30%
Rate wöchentlich aktiver Lernender nach dem Launch der neuen Struktur
Fakten
Auftraggeberin
Bildungsplattform der Wirtschaftskammer Österreich GmbH
Team
Birgit Hartl
Daniel Weingartshofer
Felix Kittler
Julia Huber
Klemens Riegler-Picker
René Mähr
Emanuel Jochum
Meine Rolle
Informationsarchitektur
Navigationskonzept
Wissens- & Content-Strategie
Zeitraum
2021–2022
Branche
Bildung, Digitales Lernen
Plattform
EdCast LXP
Herausforderung
wîse up, die Lernplattform der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), unterstützt Berufstätige aller Branchen bei ihrer beruflichen Weiterbildung. Aufgebaut auf der EdCast LXP war die technische Grundlage vorhanden, das Erlebnis aber noch nicht gestaltet. Es gab keine bestehende Struktur, keine klare Navigation und keine durchgängige Logik, um Inhalte langfristig zu verwalten.
Die Herausforderung bestand darin, die Informationsarchitektur der Plattform von Grund auf zu definieren, ein Navigationssystem zu schaffen, das Menschen hilft, Lernangebote schnell zu finden, und eine Content-Strategie bereitzustellen, die künftiges Wachstum ermöglicht. Die Lösung musste sowohl Nutzer:innen als auch interne Teams bedienen – skalierbar, einfach zu warten und leicht verständlich.

Im Bereich »Entdecken« der Plattform erkunden Nutzer:innen hervorgehobene Inhalte, kuratierte Pfade und empfohlene Themen über Karten und Carousels.

Der Bereich »Gruppen« zeigt Lerngruppen als Karten und hilft Nutzer:innen, Communities oder Inhalte zu finden, die zu ihrer Rolle, ihrem Unternehmen oder gemeinsamen Zielen passen.
Vorgehen
Von Anfang an lag der Fokus auf Klarheit und Usability, sowohl für Lernende als auch für die Menschen, die die Plattform betreiben.
Wir begannen mit einem Content-Audit und der Definition einer modularen Informationsarchitektur, die alles von strukturierten Lernpfaden bis zu einzelnen Wissenselementen abbilden kann. Kategorien, Tags und Metadaten wurden so abgebildet, dass sie sowohl die Suche als auch das spontane Entdecken von Inhalten unterstützen. Außerdem führten wir klare Einstiegspunkte wie »Jetzt lernen« oder »Themen entdecken« ein, die gängigen Nutzer:innen-Bedürfnissen entsprechen.
Bei der Navigation entwarfen wir eine einfache, skalierbare Struktur mit klarer Sprache und konsistenten Seitenlayouts. Kontextuelle Navigation innerhalb von Lernpfaden unterstützt die nächsten Schritte und Templates erlauben es, kuratierte Inhalte mit dem Stöbern der Nutzer:innen zu mischen.
Zur Unterstützung der Content-Teams entwickelten wir eine Wissensstrategie mit redaktionellen Richtlinien, Tagging-Logik und Benennungsmustern. Das half internen Mitwirkenden und externen Partner:innen, Inhalte leichter zu verwalten und die Plattform beim Wachstum nachhaltig zu halten.

Die Sitemap zeigt die Kernstruktur der Plattform – mit Flexibilität für künftige Erweiterungen und die Integration neuer Inhaltstypen.

Dieses Diagramm skizziert die Inhaltslogik hinter Channels und Gruppen und dient als praktische Referenz für Verwaltung, Tagging und Veröffentlichung von Inhalten.

Diese Ergebnisse zeigen die Gliederung der Channels nach Unterebenen und Themen – inklusive der Zuordnung zu offiziellen österreichischen Berufskategorien für mehr Passung und Klarheit.

Eine skizzierte Ansicht der Seite »Themen«, die Lernthemen als visuelle Karten präsentiert und so schnelle Orientierung und das Entdecken nach Interesse oder Schwerpunkt unterstützt.
Einige Fragen, die die Arbeit beeinflussten

Wie finden Nutzer:innen schnell das passende Lernangebot, ohne sich zu verlieren?
Wir haben klare Einstiegspunkte wie »Jetzt lernen«, »Themen entdecken« und »Was gibt’s Neues« gestaltet, zugeschnitten auf unterschiedliche Absichten der Nutzer:innen. Navigation und Struktur führen Menschen, egal ob sie mit einem konkreten Ziel kommen oder einfach stöbern möchten. Metadaten, Tagging und konsistente Inhaltsmuster erleichtern den Zugang zu relevanten Inhalten.

Wie baut man eine sinnvolle Struktur auf einer bestehenden Technologieplattform?
EdCast brachte vordefinierte Logiken mit, doch wir haben innerhalb ihrer Grenzen eine nutzbare, trotzdem flexible Architektur konzipiert. Wir definierten Templates, verfeinerten die Kategorienlogik und nutzten Metadaten kreativ. Ziel war, dass sich die Struktur für Nutzer:innen nahtlos anfühlt, auch wenn das Backend Einschränkungen hatte. Wir fokussierten auf Klarheit, Konsistenz und Skalierbarkeit.

Wie können interne Teams eine wachsende Plattform ohne Reibungspunkte verwalten?
Wir entwickelten ein einfaches Set an Regeln und Workflows – darunter Benennungskonventionen, Tagging-Praktiken und Schritte zur redaktionellen Prüfung –, die Teams helfen, die Plattform in Ordnung zu halten. Das erleichterte das Onboarding neuer Mitwirkender und sicherte die Qualität, ohne unnötigen Aufwand zu erzeugen. Die Struktur unterstützt nun sowohl interne als auch externe Content-Partner:innen.

Einige Folien fassen zentrale Vorschläge zur Strukturierung und Verwaltung von Inhalten zusammen und wurden vom internen Team genutzt, um Workflows und Verantwortlichkeiten zu definieren.
Ergebnis
Die Plattform ging mit einer klaren und konsistenten Informationsarchitektur live. Lerninhalte sind nun so strukturiert, dass sie schnelle Orientierung, Entdeckung und langfristige Relevanz unterstützen.
Nutzer:innen können Lernangebote abhängig davon abrufen, wo sie stehen: neu beginnen, etwas fortsetzen oder Themen erkunden. Die Navigation fühlt sich geradlinig an und die Inhalte wirken organisiert statt überwältigend.
Hinter den Kulissen haben Redaktion und Technik nun eine gemeinsame Struktur, mit der sich leichter veröffentlichen, pflegen und wachsen lässt. Das Ergebnis ist eine Plattform, die zugleich flexibel und fokussiert ist.

Dieses Set von 12 Beispiel-Visuals zeigt die visuelle Logik der Channel-Karten und wie Farbe, Illustration und Ikonografie die Orientierung unterstützen.
Mein Beitrag
Definition der Informationsarchitektur und der Navigationslogik
Erstellung von Templates und Seitenstrukturen entlang der User Journeys
Beratung zu Wissensmanagement und redaktionellen Workflows
Das möchte ich noch erwähnen
Struktur auf einer vorgefertigten Plattform wie EdCast zu gestalten, erfordert Klarheit und Geduld. Dadurch, dass interne Teams früh an Bord geholt wurden, konnte das System natürlich wachsen und weit über den Launch hinaus nutzbar bleiben. Der eigentliche Erfolg lag darin, dem Team zu helfen zu verstehen, wie das System funktioniert, damit es es selbstständig weitertragen kann.
Sie bauen eine Plattform, die Struktur braucht?
Lassen Sie uns Ihre Inhalte klar ordnen und Menschen helfen, zu finden, was sie brauchen – mit einer Struktur, die heute funktioniert und mitwächst.
Lass uns etwas machen, das Bedeutung hat.
Emanuel Jochum, Experience Design
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